Drucken

Passivrauchen tötet 3300 Deutsche pro Jahr

Veröffentlicht am

Bereits am 07.12.2005 wurden die Studienergebnisse des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg in Bezug auf die Anzahl der jährlichen Passivrauchtoten in Deutschland veröffentlicht. Danach sterben allein in Deutschland jedes Jahr rund 3300 Menschen an den Folgen des Passivrauchens.

Zu einem der Medienberichte

Zahlose weitere Studien und Berichte im In- und Ausland belegen die Gefährlichkeit des Passivrauchens. - Aber es werden erstaunlicherweise nicht die entsprechenden Konsequenzen daraus gezogen.

In Artikel 3 Absatz 1 der Charta der Grundrechte der Europäischen Union, die auch für die Bundesrepublik Deutschland seid dem 01.12.2009 verbindlich ist, heißt es: "Jeder Mensch hat das Recht auf körperliche und geistige Unversehrtheit.". Schon im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland hieß es in Artikel 2 Absatz 2: "Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit."

Schaut man in die Kriminalitätsstatistik findet man für 2009 bei Mord und Totschlag die Zahl 2277. - 2277 Opfer, die man keineswegs mit ähnlich stoischem Gleichmut hinnimmt, wie man das aber bei den 3300 Menschen, die jedes Jahr an den Folgen des Passivrauchens sterben, tut.

Wenn es um Passivrauch geht, winden sich unsere Volksvertreter aus ihrer Verantwortung und beugen die Gesetze zugunsten wirtschaftlicher und suchtbedingter Interessen.

Zahllose Nichtraucherschutzgesetze erwecken den Eindruck keineswegs das Recht auf körperliche Unversehrtheit der Menschen schützen zu wollen, sondern diese lediglich beschwichtigen, aber tatsächlich die Interessen der Tabakindustrie und der Tabakabhägigen zu schützen.

Schaut man beispielhaft auf den §5 Nichtraucherschutz in der Arbeitstättenverordnung an, so liest man dort:

(1) Der Arbeitgeber hat die erforderlichen Maßnahmen zu treffen, damit die nicht rauchenden Beschäftigten in Arbeitsstätten wirksam vor den Gesundheitsgefahren durch Tabakrauch geschützt sind. Soweit erforderlich, hat der Arbeitgeber ein allgemeines oder auf einzelne Bereiche der Arbeitsstätte beschränktes Rauchverbot zu erlassen.

(2) In Arbeitsstätten mit Publikumsverkehr hat der Arbeitgeber Schutzmaßnahmen nach Absatz 1 nur insoweit zu treffen, als die Natur des Betriebes und die Art der Beschäftigung es zulassen.

Hier wird das schreiende Unrecht besonders deutlich, denn hier wird die Gesundheit der einen Menschen (1) als schützenswert herausgestellt, die Gesundheit der anderen Menschen (2) aber ist nach diesem Gesetz nicht schützeswert! Eine mit gesundem Menschenverstand nicht nachvollziehbare Ausnahmeregelung zu Lasten des Gesundheitsschutzes der Arbeitnehmer in der Gastronomie, beim Frisör etc.

Auch sehen die Landesnichtraucherschutzgesetze, die lediglich das Rauchen in der Gastronomie zum Gegenstand haben, ein Wirrwar von Ausnahmeregelungen und Definitions- und Abgrenzungslücken vor, so das unter Einhaltung dieser stümperhaft ausgearbeiteten Gesetze jeder Wirt tun und lassen kann was er willkürlich für rechtens hält oder ihm gerade opportun erscheint. So sind mittlerweile fast alle Kneipen Raucherkneipen oder Raucherklubs und wo dies nicht gilt, setzt man sich, wohl wissend, dass selbst die Ordnungsbehörden da nicht mehr durchblicken, eben einfach über das Gesetz hinweg. Leidtragend sind die Nichtraucher unter den Gästen und das Personal, das jeden Tag dem hochgiftigen Tabakrauch ausgesetzt ist.

Seid Jahr und Tag verweigern unsere Volksvertreter Kindern und Jugendlichen, wie auch den übrigen Menschen, mit den irrwitzigsten und fadenscheinigsten Begründungen, ein Recht auf Tabakrauchfreie Atemluft. So bleibt es bis zum heutigen Tag, bei dem halbherzigen und völlig wirkungslosen Appell an rauchende Eltern, in Gegenwart ihrer Kinder, z.B. in der Wohnung und im Auto nicht zu rauchen. Ein Kind, das sich durch seine, in der Wohnung rauchenden Eltern in seiner körperlichen Unversehrtheit geschädigt sieht (was so wissenschaftlich auch hinlänglich bestätigt ist), hat derzeit kein Recht, dies notfalls auch durch Zuhilfenahme rechtsstaatlicher Mittel durchsetzen zu können. Eltern dürfen ihre Kinder derzeit mit Passivrauch gesundheitlich schädigen. - Haben das Recht diesbezüglich auf ihrer Seite.

Die Liste dieser schreienden Ungerecthigkeiten, lässt sich leicht fortsetzen.

Unser "Counter Passivrauchtote" zeigt mahnend die Zahl der Passivrauchopfer, seit dem die Studienergebnisse des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg in den Medien veröffentlicht und damit jedem zur Kenntnis und damit zum Handlungsauftrag gemacht wurden.