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Wenn es Spät wird, werden die Aschenbecher hervorgeholt

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Ein Jahr nach dem Wirksam werden des neuen Nichtraucherschutzgesetz, das in erster Linie ein absolutes Rauchverbot in den Innenräumen der Gastronomie zur Folge hat, zeichnet sich ein klares Bild ab:

In den meisten Kneipen hat man kein Problem mit dem neuen Nichtraucherschutzgesetzt. Rauchfreie Kneipen werden nicht nur von Nichtrauchern begrüßt. Auch die meisten Raucher wollen nicht in einem Raum sitzen, in dem man die Luft, - oder treffender gesagt, den Rauch -, mit dem Messer schneiden kann. Für die Angestellten ist der endlich weitgehend (draußen darf schließlich leider immer noch geraucht werden) rauchfreie Arbeitsplatz eine Wohltat im Vergleich zu früher. Eine verschwindend geringe Anzahl von Rauchern schafft es hin und wieder noch mit theatralisch peinlichem Suchtgequängel den ein oder anderen Redakteur von Lokalzeitungen dazu zu überreden, einen rührigen Artikel zu verfassen. - Im Wesentlichen berichten die Medien äußerst positiv über erfolgreiche Etablierung der Verbesserungen die mit dem neuen Gesetz verbunden sind.

Allerdings gibt es leider auch Kritik zu üben: Nach anfänglich noch weitgehend engagierten Kontrollen, zahlreichen Gesprächen und auch z.T. dem Verhängen von Ordnungsgeldern durch die Ordnungsbehörden, scheint dort die Motivation zunehmend nachgelassen zu haben. Ins Besondere in der Landeshauptstadt Düsseldorf scheint man es längst nicht so genau zu nehmen, wie z.B. in Köln und andere Städten, wo weiterhin rigide gegen Verstöße vorgegangen und das Gesetzt 1:1 umgesetzt wird. Auch steht der Ordnungsdienst längst nicht in jedem Ort so lange zur Verfügung, bis die letzte Kneipe geschlossen hat. Und so werden zur vorgerückten Stunde, vor allem wenn nur noch Stammkunden anwesend sind, die Aschenbecher hinter dem Tresen hervorgeholt. Vorhänge werden zugezogen und es wird in der Kneipe geraucht wie eh und je. Das Risiko erwischt zu werden, ist ab 24 Uhr sehr gering.
Manche Ordnungsbedienstete scheinen sogar eine besonders bedenkliche Schiene zu fahren, wenn sie Beschwerden nachgehen: Schlampiges Prüfen, angestrengtes Wegsehen und "ich rieche nichts" sind die dummdreisten Ausreden, die sich Beschwerdeführer anhören müssen. Ordnungsbedienstete die selbst rauchen haben hier nichts zu suchen! Wir erwarten weiterhin konsequentes Durchsetzen des Nichtraucherschutzes!

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